
Paul (Pauli, Dicker, Chef): geb. ca. 2004, deutsche Dogge/Pointer-Mix, kastriert, ca. 42kg; er ist seit 2005 bei uns, kommt aus dem österreichischen Krems bei Wien; wir haben ihn dort aus dem Tierheim geholt, lt. Leitung wurde er ausgesetzt und im Industriegebiet gefunden, Vorgeschichte Fehlanzeige; wir gehen davon aus, dass er zu groß geworden ist und wohl auch zu anspruchsvoll; er hat sich sofort in Happy verliebt und sie in ihn, denn ohne ihr o.k. wäre er nicht da;
Paul hat ein ausgeprägtes Jagdverhalten, welches wir dank Antijagdtraining eindämmen konnten (animal learn); anfangs war alles interessant, was sich bewegt hat und man ist auch nicht mehr zu ihm vorgedrungen; auch mit unseren Katzen war es sehr schwierig, sogar so schwer, dass wir nach drei Wochen ernsthaft überlegt haben, ob wir ihn behalten können; wir haben uns wirklich unter Tränen die Nächte zum Tage gemacht und überlegt, wie es weitergehen soll; das hat er wohl gemerkt, denn (ungelogen) innerhalb von ein paar Tagen, hat er sich mit den Katzen arrangiert und sie nicht mehr gejagt; auch auf unseren Spaziergängen (manchmal gehen alle Katzen mit:-)) hat er sich nicht mehr für sie interessiert; mit ihm haben wir sehr viel Zeit in der Hundeschule verbracht um u.a. den Jagdtrieb in vernünftige Bahnen zu lenken, viele Einzelstunden und auch Gruppentraining gemacht, was natürlich seinen Preis hatte; sonst braucht er viel Input, Denkspiele und Bewegung;
Begegnungen mit anderen Hunden verlaufen mittlerweile entspannter ab, was anfangs schon mal auf allen Vieren geendet ist:-) und vielleicht auch u.a. mit seiner Schilddrüsenunterfunktion zu tun hatte, die bei ihm diagnostiziert wurde; seitdem nimmt er täglich Tabletten ein und kommt seither besser damit zurecht; lt. Tierheimleitung wurde er in "seiner" Gruppe gemobbt und hat wohl dort gelernt, dass Angriff die beste Verteidigung ist; das erste Jahr mit ihm war mit das anstrengenste, was wir mit einem Hund bis jetzt erlebt haben; Hundebegegnungen waren für beide Seiten anfangs purer Stress; es hat gereicht, dass er einen anderen Hund aus 100m Entfernung gesehen hat; Paul hing in der Leine, dass wir uns teilweise wirklich auf alle Viere begeben haben, da er eine Kraft ausgeübt hat indem er in die Leine gesprungen ist und sich reingesteigert hat; wir haben viele Monate Begegnungen geübt und auch uns "trainiert" mehr Ruhe auszustrahlen, um ihm Sicherheit zu geben, denn es ist/war bei ihm mehr Unsicherheit als Imponiergehabe; im Grunde ist er ein unsicherer Hund, der für sich entscheidet was er in der Situation am besten macht, WENN keiner "hinter" ihm steht und ihm zeigt, dass alles ok ist; dieses Problem hatten wir anfangs auch sehr bei Begegnungen mit Menschen; da uns seine Vorgeschichte fehlt, wissen wir leider auch nicht, was ihm alles widerfahren ist; er ist dann auch eher nach vorn gegangen, denn Angriff ist die beste Verteidigung; es hat viel Zeit und Nerven gekostet, ihm die "Entscheidung" abzunehmen, wie in der Situation zu reagieren ist; Paul ist nun mal ein großer, schwarzer Hund, wo sehr viele Angst haben; was wir schon an Extrakilometer gelaufen sind, nur um auszuweichen, da ein Hund oder Mensch uns entgegen gekommen ist...; mittlerweile macht er Hundebegegnungen sehr gut, er bekommt von uns die Sicherheit vermittelt und auch er hat an sich gearbeitet; er stürmt nicht mehr aus 50m Entfernung drauf zu, sondern lässt sich ranführen; natürlich ist nicht jeder Tag gleich, auch er hat mal schlechte Laune; zum Glück merkt man das ganz gut bei ihm und dann müssen wir eben ausweichen, aber wir haben einen Weg gefunden gemeinsam zu kommunizieren, um gemeinsam zu entscheiden, was die beste Lösung in dem Moment ist; seine größten Fortschritte hat er gemacht seitdem wir am Hof wohnen; er kommt um Hundebegegnungen nicht rum, auch bekommt er mal Kontra und er merkt, dass er akzeptiert wird, auch von anderen Menschen; ihm wird nicht nur Angst ihm gegenüber vermittelt, was ihm/seiner Seele gut tut; im Grunde ist er ein unsicherer, sensibler und einfühlsamer junger Hund, der Führung braucht, da er nicht weiter weiß; klar gibt es auch am Hof noch Tage, wo er in sein altes Verhalten zurückkehrt, aber er lässt sich lenken, was am Anfang undenkbar gewesen wäre; Kinder liebt er, diese treten ihm ehrlich entgegen und das merkt er/wir; er geht immer langsam auf sie zu, schnüffelt sie sachte ab und wenn er merkt, dass ein Kind Angst hat, dann geht er weiter; leider urteilen viele nur nach dem Äußerlichen und nehmen sich keine Zeit, dass Innere kennen zu lernen...zu anstrengend??...
er ist ein rießiger Schmuser, was vor allem im Winter zum Vorschein kommt und wehe man deckt ihn nicht zu beim Schlafen...; unser Großer ist der Herdenchef, was seine Mädels voll akzeptieren; hier noch ein paar Fotos...
07.02.2010:
Wir haben auch von Paul einen kleinen Film erstellt, einfach mal reinschauen...
Die Bildergalerie benötigt mindestens Flash-Version 9.0.28!
Bitte installieren Sie den aktuellen FlashPlayer.